EKG Techniken:

Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG

Das Ruhe-EKG ist eine klassische Methode zur Beurteilung der elektrischen Ströme im Herzen und von Herzrhythmusstörungen. Es hat zwar durch die anderen Methoden etwas an Bedeutung verloren, stellt aber nach wie vor eine Basisuntersuchung in der Kardiologie dar.

Beim Belastungs-EKG wird der Patient auf einem Fahrradergometer belastet. Währenddessen wird kontinuierlich das EKG aufgezeichnet sowie der Blutdruck erfasst. Aus EKG-Veränderungen unter der Belastung ergeben sich Hinweise auf Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, die Belastbarkeit des Patienten und die Blutdruckregulation sowie den Trainingszustand. Wichtig ist diese Untersuchung als Verlaufskontrolle nach Infarkt, PTCA und Bypassoperation.

Mit dem Langzeit-EKG wird der Herzrhythmus über 24 Stunden aufgezeichnet und beurteilt. Ein Langzeit-EKG wird bei Patienten durchgeführt, die über einen unregelmäßigen Herzschlag klagen, um eine Erklärung für die Beschwerden zu erhalten.

Wichtig sind Langzeit-EKG Untersuchungen ebenfalls bei unklaren Bewußseinsstörungen. Hierbei wird die Untersuchung meist auf  3 Tage ausgedehnt.

Langzeitblutdruckmessung

Bei dieser Untersuchung bekommt der Patient für einen Tag ein Gerät mit nach Hause, welches tagsüber alle 15 Minuten und nachts alle 30 Minuten den Blutdruck misst und aufzeichnet, sodass eine gute Kontrolle der Blutdruckeinstellung über 24 Stunden und außerhalb der Praxissituation möglich ist.

Echokardiographie

Bei der Ultraschalluntersuchung des Herzens wird das Herz von außen mit Ultraschall dargestellt. Heutzutage ist dies eine der Basisuntersuchungen in der Kardiologie. Beurteilt wird die Herzgröße, Funktion der Herzkammern und der Herzklappen sowie der Herzbeutel. Mit dem Farb- und Spektraldoppler kann der Blutfluß und die Funktion der Herzklappen beurteilt werden. Mit dem Gewebedoppler kann man weitere Information insbesondere auch über die diastolische Funktion des Herzens erhalten.

Transoesophageale Echokardiographie (TEE)

Dabei wird der Ultraschall über eine durch den Mund eingeführte Sonde direkt von der Speiseröhre abgegeben. Durch den direkten Bezug der Speiseröhre zum linken Vorhof können insbesondere der linke Vorhof und die Klappen exakter und feiner beurteilt werden als von außen. Insbesondere vor Herzklappenoperationen ist die Methode wichtig um dem Chirurgen weitere Informationen zur Operationsplanung geben zu können. Bedeutung hat die Untersuchung insbesondere bei der Suche nach Blutgerinnseln im Herzen z.B. nach Schlaganfall oder beim Vorhofflimmern oder beim Verdacht auf eine Klappeninfektion oder Erkrankungen der Hauptschlagader.

Die Untersuchung wird auf Wunsch mit einer Beruhigungsspritze durchgeführt, so dass das Einführen der Sonde nicht als unangenehm empfunden wird (das Führen eines Fahrzeuges ist danach  für 24 Stunden nicht erlaubt). Die Untersuchung muss am nüchternen Patienten durchgeführt werden.

Stressechokardiographie

Die Stressechokardiographie dient zur Beurteilung des Herzens unter körperlicher Belastung. Dies hat insbesondere Bedeutung bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzerkrankung oder nach Infarkten). Dabei muss der Patient wie beim Belastungs-EKG auf dem Ergometer fahren, während der Arzt mit Ultraschall die Funktion der einzelnen Herzabschnitte beurteilt. Sollten unter Belastung einzelne Herzabschnitte nicht richtig arbeiten, so ist dies ein Hinweis für Durchblutungsstörungen in diesem Bereich.

In besonderen Fällen kann die Belastung auch mittels von Medikamenten z. Bsp. Dobutamin oder Adenosin erfolgen.


Belastungs-EKG

Echokadiographie

Thrombus in der linken Herzkammer

Entzündung am Mitralsegel mit Prolaps in die Aortenklappe

Kardiale Amyloidose

Stressecholiege

Ultraschalluntersuchung der Gefäße

Untersucht werden insbesondere die großen zum Gehirn führenden Arterien (Carotis), die Baucharterien (Aorta und Nierenarterien) sowie die Arterien und Venen des Beines. Dabei werden mit Ultraschall Verkalkungen/ Verengungen der Gefäße dargestellt, sowie nach Gerinnselbildungen insbesondere in den Venen gesucht. Zur Untersuchung der Baucharterien sollte man ca. 8 Stunden nüchtern sein, ansonsten ist keine Vorbereitung notwendig.

Die Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße spielt bei Schlaganfallpatienten eine wichtige Rolle, ebenfalls bei Risikopatienten zur Vermeidung eines Schlafanfalles. Die gute Darstellbarkeit der Carotis dient als guter Indikator bei der Suche nach Arteriosklerose (Gefäßverkalkungen), welche ja die Grundlage des Herzinfarktes und häufig auch des Schlaganfalles darstellen.

Verengungen der Nierenarterien können bei Jugendlichen zur Bluthochdruckerkrankung (fibromuskuläre Dysplasie). Bei älteren Menschen führt der Hochdruck und Diabetes selbst zu Verkalkungen und Verengungen der Nierenarterien, wodurch das Hochdruckleiden verstärkt wird und häufig Hochdruckentgleisungen ausgelöst werden.

Verkalkungen der Beinarterien führen zur so genannten „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens). Die Gefäßverengungen können dargestellt werden und der Blutdruck in den Beingefäßen kann gemessen werden.
Ebenfalls lassen sich mit Ultraschall zuverlässig Thrombosen in den Beinvenen darstellen.

Schrittmacherkontrollen

Die Behandlung mit Herzschrittmachern stellt heute eine Basisbehandlung bei Herzrhythmusstörungen dar, die mit einem zu langsamen Herzschlag einhergehen. Um die richtige Funktion des Schrittmachers und der Elektroden zu beurteilen, sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Dabei wird mit einem speziellen Gerät die Schrittmacherfunktion überprüft und gegebenenfalls die Einstellung angepasst.

In der Praxis stehen die Kontrollgeräte der folgenden Firmen zur Verfügung: Biotronik, Medtronik, Vitatron, Sankt-Jude-Medical, Bosten. Für Patienten, die mit einem Schrittmacher einer anderen Firma versorgt wurden, können Kontrolltermine mit dem Außendienst der jeweiligen Firma vereinbart werden.
AICD und CRT-Kontrollen

Zunehmend werden in den letzten Jahren auch so genannte Defibrillatoren, das heißt Schrittmachersysteme, die Herzrasen mit einem Stromstoß beenden, implantiert. Auch für diese Patienten biete ich die notwendigen Kontrollen an.

CRT-Systeme sind komplexe Herzschrittmacher und Defibrillatoren, die unter bestimmten Umständen implantiert werden und durch eine dritte Elektrode auch die linke Herzkammer stimulieren können. Dadurch sind sie geeignet auch Pumpleistungsstörungen der linken Herzkammer insbesondere bei bestehendem Linksschenkelblock zu verbessern. Für die komplexen Systeme gibt auch die Möglichkeit zur Überwachung mittels Homemonitoring. Dabei wird das Gerät nachts zu Hause abgefragt und die Daten dann in die Praxis übermittelt, so dass frühzeitig Störungen erfasst werden können.
Herzkatheter in Kooperation mit dem Klinikum Calw (Chefarzt Prof. Dr. Martin Oberhoff)

Mit Hilfe der Herzkatheteruntersuchung können krankhafte Veränderungen des Herzmuskels, der Herzkranzgefäße sowie der Herzklappen erkannt und beurteilt werden. Der Eingriff dient dazu, Art und Ausmaß der Erkrankung festzustellen, um die für den Patienten beste Behandlung planen zu können.
Die Untersuchung der rechten Herzhälfte ist eine Rechtsherzkatheteruntersuchung, die der linken Herzhälfte eine Linksherzkatheteruntersuchung, die Darstellung der Herzkranzgefäße mit Röntgenkontrastmittel heißt Koronarographie, die Darstellung einer Herzkammer Ventrikulographie.

Nach örtlicher Betäubung wird unter Röntgendurchleuchtung der Herzkatheter (dünner Spezialschlauch aus Kunststoff mit einem Durchmesser von ca. 2 mm) über die Vene zum rechten Herzen bzw. über die Arterie zum linken Herzen vorgeführt. Dies führt zu keinen Schmerzen. Es werden dann an verschiedenen Stellen des Herzens die Druckwerte gemessen und evtl. Kontrastmitteleinspritzungen vorgenommen, deren Filmsequenzen dann digital auf einer CD gespeichert werden.

Da eine Herzkatheteruntersuchung, wie jeder Eingriff in der Medizin, mit Risiken verbunden ist, rate ich Ihnen nur nach sorgfältiger Abwägung zu diesem Eingriff. Abgesehen von kleineren und auch gelegentlich größeren Hämatomen, liegt das Risiko ernster Komplikationen aber nur im Promillebereich.

Wenn die Koronarangiographie schwere Einengungen (Stenosen) an Herzkranzgefäßen zeigt, die Brustenge (Angina pectoris) verursachen, die Leistungsfähigkeit einschränken und/oder den Patienten bedrohen, dann wird je nach der individuellen Besonderheit entschieden, ob eine Ballon-Dilatation PTCA (Aufdehnung mit Hilfe eines aufblasbaren Ballonkatheters und anschließend meist zusätzlich mit einem medikamentös beschichteten Stent), eine Bypass-Operation oder eine rein medikamentöse Behandlung durchgeführt wird. Heute steht mit der Druckdrahtmessung im Herzkatheterlabor in Calw eine Methode zur Verfügung mit der die funktionelle Bedeutung einer Stenose während der Untersuchung exakt erfasst werden kann, abhängig von diesem Meßwert (FFR) erfolgt dann eine Aufdehnung. Mit einer speziellen Unltraschallsonde kann ggf. die Ausdehnung der Verkalkungen und die Gefäßdicke sowie der korrekte Sitz eines Stents während der Herzkatheteruntersuchung beurteilt werden.